Fischgrätparkett im Altbau: Vorher-Nachher aus München
Altes Fischgrätparkett im Münchner Altbau ist ein dankbares, aber anspruchsvolles Projekt. In diesem Erfahrungsbericht zeigen wir mit echten Fotos von der Baustelle, wie der Boden vorher aussah, wie wir beim Schleifen vorgegangen sind und was am Ende dabei herauskommt. Die Bilder stammen aus unserem eigenen Bodenleger-Betrieb. Die Schleifmittel, die wir verkaufen, setzen wir auf solchen Baustellen selbst ein.

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Ausgangslage: Kleberreste und ein müder Boden
Der Boden in dieser Altbauwohnung war deutlich in die Jahre gekommen. In den Räumen lag altes Fischgrätparkett mit stumpfer Oberfläche und Gebrauchsspuren. Im Flur und in einem Zimmer waren Teile des Belags entfernt, dort zeigten sich Kleberreste auf dem Untergrund und stellenweise die blanke Unterkonstruktion.



Gerade bei Kleberresten ist die Vorbereitung entscheidend: Sie verstopfen das Schleifmittel schnell. Wer hier mit zu feiner Körnung startet, schleift lange und verbraucht unnötig viele Bänder.
Der Schleifablauf Schritt für Schritt
1. Grobschliff mit dem Bandschleifer
Zuerst trägt der Bandschleifer die alte Oberfläche und die Unebenheiten ab. Als Faustregel starten wir bei Altparkett mit einer groben Körnung (je nach Zustand etwa K36 bis K40), bei Fischgrät immer diagonal zur Stabrichtung, damit keine Wellen entstehen. Zirkonkorund-Bänder wie das Zirkon Schleifband 200 × 750 mm halten hier deutlich länger als einfaches Korund, weil sie sich selbst schärfen.


Dieses Foto zeigt den Unterschied besonders gut: Links ist die Fläche bereits geschliffen, rechts liegt noch die alte Oberfläche.

2. Rand und Ecken mit dem Randschleifer
Der Bandschleifer kommt nicht bis an die Wand. Für die Randzone nutzen wir einen Randschleifer mit Zirkon Klett-Schleifscheiben. Wichtig: Die Körnung der Scheiben muss zur Abfolge am Hauptboden passen, sonst bleiben an den Rändern sichtbare Unterschiede. Die Scheibe wird dazu regelmäßig gewechselt, sobald sie nicht mehr sauber schneidet.


3. Zwischen- und Feinschliff
Nach dem Grobschliff folgen feinere Körnungen. Als Faustregel gehen wir in Stufen von etwa K60 bis K80 und enden mit dem Schlussschliff in K100. Feiner muss es nicht werden: Mit K100 ist die Oberfläche glatt genug für die Versiegelung. Wer Stufen überspringt, sieht die Schleifspuren der gröberen Körnung später im Streiflicht. Mehr dazu in unserem Ratgeber: Parkett schleifen mit Körnung und Maschine.
Das Ergebnis
Am Ende steht ein gleichmäßiges Schliffbild über die gesamte Fläche, ohne sichtbare Übergänge zwischen Hauptfläche und Rand. Das Streiflicht ist der ehrlichste Test: Kleine Fehler zeigen sich dort sofort.





Unsere Tipps aus der Praxis
- Untergrund zuerst prüfen: Kleberreste und lose Stäbe erkennen Sie vor dem ersten Schliff. Das spart Schleifbänder.
- Nicht an der Körnung sparen: Eine Stufe zu überspringen kostet am Ende mehr Zeit als sie spart.
- Ecken und Rand gleich mitdenken: Der Randschleifer braucht dieselbe Körnungsabfolge wie der Bandschleifer.
- Im Streiflicht kontrollieren: Erst wenn der Boden dort sauber aussieht, geht es an die Versiegelung.
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